Diagnose Narkolepsie

Nach fast vier Monaten im Labor endlich ein Ergebnis

Es ist der 19. November und ich tätige meinen Routine-Anruf in der Ambulanz unseres behandelnden Arztes im Krankenhaus, um zu erfragen, ob die Laborergebnisse hinsichtlich der Hypocretin-Analyse da seien. Ich gebe meine Standard-Ansage zum Besten, vonwegen "Tochter...Verdacht auf Narkolepsie...warten seit vier Monaten auf Laborergebnisse...zufällig da?" woraufhin die Dame am anderen Ende der Leitung etwas in den Computer eintippt und "Ja, die sind tatsächlich da", antwortet.

Stille. Ich brauche zwei, drei Sekunden, um darauf zu reagieren, so baff bin ich. Plötzlich ist dies kein Routineanruf mehr und mir wird ein wenig flau in der Magengegend. Leider darf sie mir nicht verraten, was das Ergebnis der Untersuchung ist. Wir sollen am nächsten Morgen gleich um 8 Uhr persönlich mit unserer Tochter vorbeikommen. Ich lege auf und ärgere mich im nächsten Moment darüber, nicht nachgebohrt zu haben. Dann klingelt mein Handy. Es ist die Kinderärztin und ich bin noch so von der Rolle, dass ich mich frage, was die wohl will. "Hat man Ihnen schon mitgeteilt, dass die Ergebnisse da sind?", fragt sie. "Ja, gerade eben." "Ja, ist es jetzt also doch Narkolepsie", sagt die Ärztin und klingt so, als könne sie es selbst noch gar nicht glauben. Mir wird in diesem Moment ganz komisch. Das lang Befürchtete, das Naheliegende und doch irgendwie Verdrängte und plausibel-schön-Geredete und wurde just eben real. Es war zum Kotzen! Zum Heulen, zum Schreien, zum Telefon-gegen-die-Wand-werfen. Die Ärztin wirkt auch irgendwie hilflos und versucht mich zu ermutigen: "Wenigstens haben wir jetzt eine Diagnose und können etwas gegen die Symptome unternehmen." Ich stimme gedankenabwesend zu und das Gespräch ist beendet. Dann lasse ich das Ganze erstmal für mich sacken. Zehn oder zwanzig Minuten später geht es schon ein bisschen besser und ich bin in der Verfassung, den Rest der Familie zu informieren.