Auf der Suche nach einer Diagnose #1

Juni: Dr. Google, ein Bluttest und eine eitrige Nasennebenhöhlenentzündung

Es war Anfang Juni 2015, als mich das Gefühl beschlich, dass mit meiner Tochter etwas nicht stimmte. Es kam immer häufiger vor, dass sie nach der Kita einschlief. Überhaupt wirkte sie schlapper und träger als sie es üblicherweise war. Mitte Juni vereinbarte ich daher einen Termin bei der Kinderärztin, um Blut abnehmen zu lassen. Müdigkeit kann schließlich viele Ursachen haben: Angefangen von Eisenmangel und Anämie, über Schilddrüsenunterfunktion und Darmkrankheiten, hin zu Leukämie oder Tumorerkrankungen. Ich hatte mich bei Dr. Google schlau gemacht und wollte der Ursache auf den Grund gehen. Die Ärztin ließ ein Differentialblutbild (großes Blutbild) machen, dessen Ergebnis jedoch unauffällig war. Ich war natürlich erleichtert, dass damit einige blöde Krankheiten ausgeschlossen werden konnten. Gleichzeitig war ich verunsichert, was es mit der Müdigkeit und den optischen Auffälligkeiten wie z.B. den hängenden Augenlidern auf sich hatte. Die Ärztin war durch das Blutbild beruhigt und schob die Müdigkeit auf einen Wachstumsschub: "Kinder wachsen im Schlaf!" Dieser Spruch heute betrachtet würde bedeuten, dass meine Kleine bald eine Riesin wird. Oh je... Doch ich ließ mich mit dieser Erklärung vorerst abspeisen - vielleicht auch, weil ich es gern glauben wollte.

Zwei Wochen später standen wir jedoch wieder auf der Matte. Da meine Tochter jedoch fest entschlossen war, sich lieber unter der Liege im Sprechzimmer zu barrikadieren, statt sich untersuchen lassen, gingen wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause. In den nächsten Tagen bahnte sich dann zu allem Überfluss noch eine eitrige Nasennebenhöhlenentzündung an, die laut HNO-Arzt antibiotisch behandelt werden musste. Die Kinderärztin stellte daraufhin die Theorie auf, die Müdigkeit würde von der Sinusitis herrühren. Vorsichtshalber tastete sie jedoch noch Bauch und Lymphdrüsen ab, um Pfeiffersches Drüsenfieber, das in der Kita kursierte, auszuschließen. Die Nasennebenhöhlen waren bald wieder gesund, doch die Müdigkeit und die übrigen Symptome hielten an. Mit Zunahme der Kataplexien (von denen ich damals natürlich nicht wusste, dass es Kataplexien waren), wurde ich zunehmend unruhiger.