Narkolepsie und Berufswahl

Auf der DNG Kinder- und Jugendfreizeit 2016 gab es einen Workshop zum Thema "Narkolepsie und Berufswahl", den die Schlafforscherin Dr. Renate Wehrle gehalten hat. Denn je nachdem wie stark die Symptome der Narkolepsie bei einer Person ausgeprägt sind, ist es möglich, dass die Ausübung bestimmter Berufe erschwert oder gar untersagt ist.

Bedenkliche Berufe und Tätigkeiten

Es ist beispielsweise kaum vorstellbar, dass Narkoleptiker_innen als Pilotinnen, Fluglotsen oder Rettungssanitäter_innen arbeiten - Jobs, in denen man große Verantwortung für die Leben Anderer trägt. Nicken sie aus Versehen weg oder legen während der Arbeit automatisches Verhalten an den Tag, kann das sehr gefährlich werden. Auch Tätigkeiten, bei denen unregelmäßige Arbeitszeiten oder Schichtarbeit anfallen, sind für Narkoleptiker_innen eher ungeeignet, da der tägliche Schlaf-Wach-Rhythmus durch den Schichtwechsel gestört wird. Andere Berufe, die durch sehr monotone, bewegungsarme Tätigkeiten geprägt sind wie z.B. ein Bürojob oder als Berufskraftfahrer_in, befördern wiederum die Neigung einzuschlafen, gerade aufgrund der Monotonie. Und dann gibt es eben noch jene Berufe, für welche die physische und/oder psychische Gesundheit eine Einstellungsvoraussetzung sein kann (z.B. bestimmte Stellen bei der Polizei, der Bundeswehr oder als Astronaut/-in). Hinzu kommen schließlich noch die persönlichen körperlichen Voraussetzungen: Neige ich zu starken Kataplexien, die durch Lachen ausgelöst werden, sollte ich möglichst kein Stand-Up-Comedian werden und  nicht als Kamerafrau in einer Satiresendung anheuern. Geht es mir nicht gut, wenn ich angespannt oder nervös bin, sollte ich besser nicht jene Tätigkeiten ausüben, welche meine Nervosität strapazieren.

Förderliche Rahmenbedingungen

Diese Empfehlungen sind jedoch nicht alle pauschal für alle Narkoleptiker_innen zutreffend. So berichteten einige der Jugendlichen im Workshop von Frau Dr. Wehrle, dass solche Tätigkeiten, die zwar monoton erscheinen, aber mit Leidenschaft oder großer Motivation verfolgt werden, einfacher zu bewältigen sind. Auch Jobs, in denen man eine freie Zeiteinteilung oder flexible Arbeitsbedingungen hat, scheinen für Narkoleptiker_innen gut geeignet. So kann auch ein eher eintöniger Bürojob zum Glücksfall werden, wenn er flexible Arbeitszeiten und eine eigene Zeiteinteilung, z.B. auch mit einer kleinen Schlafpause, ermöglicht.


Die ALPEN-Methode

Im Rahmen des Workshops stelle Frau Dr. Wehrle auch die sogenannte ALPEN-Methode vor, die einem helfen kann, seinen Tagesablauf oder Arbeitsalltag zu planen und somit besser zu bewältigen. Es handelt sich dabei um eine Methode des Zeitmanagements, die fünf einfachen Schritten folgt:

1. Erstelle eine To-Do-Liste! (Aufgaben notieren)
2. Überlege, bis wann du was erledigen musst! (Länge abschätzen, Uhrzeiten eintragen)
3. Plane Zeitpuffer mit ein, denn niemand ist frei von Störungen! (Puffer einplanen)
4. Setzte Prioritäten! (Entscheide, welche Aufgaben wichtig sind!)
5. Prüfe, ob alle relevanten Aufgaben berücksichtigt bzw. erledigt worden sind! (Nachkontrolle)