Der ersten Tage mit Ritalin

Wir haben die ersten Tage mit Ritalin LA 10 mg hinter uns. Auch wenn es mir noch Bauchschmerzen bereitet, dass wir unserem Kind dieses Zeug, über das man so viel Negatives gehört hat, geben, ist es gleichzeitig erleichternd zu sehen, wieviel "wacher" sie damit ist.


Für die ersten Tage der Einnahme haben wir ein langes Wochenende gewählt. Ich hatte zwei Tage Urlaub, dann folgte das Wochenende. Mir war es wichtig zu sehen, wie sie auf das Medikament reagiert und welche Wirkung es zeigt. Die Kinderärztin riet uns, die Kapsel am Morgen mit oder nach dem Frühstück einzunehmen. Als Uhrzeit empfahl sie 8 Uhr. Ich gab meiner Großen die Kapsel, die halb weiß, halb gelb ist, und hatte keine Ahnung, ob und wie sie die "runter" kriegen würde. "Sollte Ihre Tochter Probleme beim Einnehmen der Kapsel haben, können Sie sie notfalls auch öffnen und z.B. auf einen Teelöffel Joghurt streuen", hatte die Ärztin empfohlen. Wir probierten erstmal den direkten, üblichen Weg: Kapsel in den Mund, "Runterschlucken!" und nachtrinken. Und siehe da, das war kein Problem. Erleichterung! Es würde also keine morgendlichen Überredungskünste diesbezüglich geben müssen. Und meine Tochter war stolz, dass sie es geschafft hat (im Gegensatz zu manchen Erwachsenen, denen das Schlucken von Tabletten schwerfällt).

Nach der ersten Einnahme wartete ich gespannt. Es war ein sonniger Dezembertag und wir spielten im Wohnzimmer. Es dauerte nicht lange, vielleicht 20 Minuten, da fing die Kurze aufeinmal an, loszuquatschen. Es war ein richtiger Redeschwall..sie plapperte über dies und das und hörte erst nach zwei Stunden allmählich wieder auf. Sie war richtig aufgedreht, richtig "wach" und energiegeladen, so wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt hatte. Es war zwar auch ein klein wenig beängstigend, das Kind so verändert zu sehen, aber irgendwie auch schön, weil ich mich für sie freute. Mit dem weiteren Verlauf des Tages nahm ihre Energie auch wieder ab. Doch selbst am Abend war sie noch fitter als zuvor die Wochen und hatte keine Kataplexien mehr.

Die nächsten Tage waren nicht mehr ganz so auffällig. Mit schien, als gewöhnte sich der Körper recht schnell an den Wirkstoff. Sie war zwar deutlich fitter, jedoch nicht so auf- bzw. überdreht wie am ersten Tag der Einnahme. Ihren Mittagsschlaf macht sie trotz Ritalin gegen 12.30 Uhr für etwa eine Stunde. Nebenwirkungen habe ich zunächst nicht festgestellt.