Mit Methylpheni TAD gegen die Müdigkeit am Abend

Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, ob wir für Aktivitäten in den Abendstunden die Einnahme von Methylphenidad in nicht retardierter Form probieren sollten. Wenn ich die Kleine um 15 Uhr von der Schule abhole, ist sie manchmal schon ein bisschen schlapp. Spätestens gegen 17 Uhr merke ich von der Wirkung der retardierten Medikamente, die ich ihr morgens um 6.45 Uhr gebe, nicht mehr viel. Da mit zunehmendem Alter auch die Aktivitäten in den Abendstunden mehr werden, habe ich unsere Kinderärztin gefragt, ob sie uns etwas "schnell, aber nicht lang wirkendes" verschreiben würde. Sie hat vorgeschlagen, dass wir es zunächst mit 10mg Methylphenidad probieren und stellte mir ein Rezept aus.

Methylpheni TAD im Wolken-Look


In der Apotheke war ich überrascht, dass ich dieses Mal statt unserem altbekannten Medikinet in seiner lila-weißen Schachtel ein neues Präparat namens Methylpheni TAD erhielt. Es handelt sich um eine blaue Packung mit Wolken darauf und ich frage mich, welche Assoziation die Produktdesigner damit bei mir wecken wollen... Auch die Form der Medikamente ist neu: statt zweifarbigen Kapseln gibt es nun weiße, runde Tabletten. Da wird das Medikamente erst einmal testen wollen, haben wir eine kleine Packung mit 20 Tabletten bekommen.

Freitagnachmittag - die perfekte Test-Umgebung!

Ein paar Tage später ergibt sich die erste Gelegenheit, die neuen Tabletten zu "testen". Es ist Freitagnachmittag und mein Kind ist schon fix und fertig, als ich um 15 Uhr an der Schule ankomme. Sie sitzt auf der Treppe im Foyer und weigert sich, nach Hause zu gehen. Freitags geht bei uns beiden oft garnichts mehr und unsere Powerbalken befinden sich im Purpur-roten Bereich. Blöderweise findet aber ausgerechnet Freitagnachmittag immer total viel statt. So auch heute, denn um 16.30 Uhr war die Musicalvorführung in der Schule. Ich rede also mit Engelszungen auf sie ein, mit nach Hause zu kommen, merke aber, dass sie k.o. ist. Glücklicherweise ist meine Nachbarin mit dem Auto da und nimmt mein Kind mit. (Ich nehme mir vor, freitags demnächst auch mal mit dem Auto zu kommen.) Zuhause beginnt dann der zweite Akt: mein Kind teilt mir mit, dass es nicht zum Musical will. Wenn sie schlapp ist, will sie nicht mehr raus. Ist ja auch nachvollziehbar. (Seit sie Narkolepsie hat, ist sie ein bisschen zur Stubenhockerin geworden). Wir diskutierten und stritten und waren schon super spät dran, als ich mich kurzerhand entschied, ihr eine der neuen Tablette zu geben.

Die Tablette wirkt, und wirkt, und wirkt

Wie schnell die Tablette wirkte, kann ich nicht sagen, denn während des Musicals, dass gleich nach der Einnahme begann, saß sie vorn bei den anderen Kindern, während für uns Erwachsenen nur die hinterste Reihe frei war. Nach einer Stunde war die Vorführung zu Ende und mit kam ein ziemlich aufgedrehtes Kind entgegen, das sehr lebendig wirkte. Auf einmal war der Bewegungsdrang wieder da und sie wollte auf dem Schulhof laufen und klettern. Auch nach dem Abendessen wurde die Wirkung nicht weniger und das Kind spielte noch bis spät in den Abend ganz zufrieden Playmobil. Auch das war eher ungewöhnlich, da sowohl die Feinmotorik als auch die Laune zu späterer Stunde oft nicht so gut sind. An Zubettgehen war vor 22 Uhr allerdings nicht zu denken. Die Pupillen waren immer noch riesengroß und das Kind wirkte hellwach. Gegen 22.30 Uhr wurde sie dann ruhiger und schlief schließlich ein.

Fazit

Das Medikament wirkt schnell und vor allem länger als erwartet. Nebenwirkungen habe ich keine beobachtet. Das nächste Mal werden wir probieren, ob auch 5mg, also einer halbe Tablette, ausreichen.